
Zelve wurde an den steilen Hängen des Aktepe, 5 km von Avanos und 1 km von Paþabaðlarý entfernt, gegründet. Auf der drei Täler umfassenden Ruinenstätte Zelve stehen die Feenkamine dicht an dicht. Sie laufen spitz zu und haben einen ausladenden Körper. Wann in den Felsenhöhlen von Zelve das Höhlenleben begonnen hat, ist genau wie in Uçhisar, Göreme und Çavuþin unbekannt. Zelve war im 11. und 13. ein wichtiges christliches Gemeindezentrum, in dem Mönche die ersten Seminare abhielten. Die zu Füssen eines Abhangs stehende Direkli (Mast, Pfosten, Brett)-Kirche stammt aus den ersten Jahren des klösterlichen Lebens in Zelve. Die Kirche ist mit Kreuzreliefs geschmückt, ein beliebtes Motiv aus der ikonoklastischen Periode. Bedeutende Sakralbauten aus der Zeit vor dem Bilderverbot sind die Kirchen Üzümlü (Trauben), Balýk (Fisch) und Geyik (Hirsch). In dem bis 1952 besiedelten Tal befinden sich ausser den Felsenkirchen und -kapellen noch Felsenwohnungen, eine Windmühle, eine Moschee und Taubenschläge.
Die Balýklý und Üzümlü Kirchen
Stehen in dem natürlichen Innenhof eines Klosters im dritten Zelve-Tal. In dem zerstörten Eingangsbereich sieht man über dem Eingang Maria mit dem Kind auf einem Thron, im teilweise zerstörten Hauptgebäude in einem umrahmten Feld den Erzengel Michael mit dem Malteserkreuz in der Hand und den Erzengel Gabriel. Links vom Eingang befindet sich die höhlenähnliche 'Südkapelle', ein Gewölbe mit einer Apsis. An den Apsiswand sieht man ein rotumrandetes Fresko, das Jesus, in der einen Hand ein Buch haltend, die andere segnend erhoben, darstellt, ferner einfache, innen gepunktete Dreiecke und Kreise und im Gewölbe ein eingeritztes Malteserkreuz mit konzentrischen Kreisen.
Paþabaðlarý (Weinberge des Paschas) und die Höhle des Heiligen Simeon
Das früher 'Tal der Mönche' genannte Paþabaðlarý liegt 1 km rechts einwärts an der Strasse von Göreme nach Avanos und ist voller eigenwillig aussehender Feenkamine mit vielen Häuptern. In viele sind Klöster, Kapellen, Kirchen und Wohnräume eingemeisselt. In einem dreiköpfigen Feenkamin findet man eine Eremitenhöhle und eine St. Simeon geweihte Kapelle. Die Wohnhöhle ist durch einen engen Tunnel erreichbar und besteht aus einem Sitz- und einem Schlafraum mit Steinliege und Ofen und einem Fensterloch dazwischen. Ober den Eingang sind unregelmässige Kreuze gemalt.
Der Heilige Simeon führte im 5. Jahrhundert in der Nähe von Aleppo ein zurückgezogenes Dasein. Als jedoch ein Geraune entstand, dass er Wunder heilen könne, fühlte er sich durch das Interesse, das ihm die Bevölkerung entgegenbrachte, ziemlich gestört und zog sich erst auf eine zweimeterhohe und später auf eine 15 m hohe Säule zurück, um in Ruhe meditieren zu können. Er stieg nur auf die Erde hinab, um das allernotwendigste von den vielen Gaben, die ihm seine Verehrer brachten, zum Leben zu sich zu nehmen.
Die kappadokischen Einsiedler lebten in den Höhlen der Feenkamine, die oft 10 bis 15 m hoch sind.